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Neue Daten zu Homocystein  

29.09.05:    
Leicht erhöhte Homocystein-Werte und das Risiko für Osteoporose und Frakturen       
- Neueste Studiendaten aus der internationalen Literatur       
       
Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass auch ein leicht erhöhter Homocystein-Spiegel (>10 µmol/l) einen Risikofaktor nicht nur für ein kardiovaskuläres Ereignis 3, 5 wie Herzinfarkt und Apoplex oder Restenose nach Stent 6, sondern auch für ein thromboembolisches Geschehen 1 (tiefe Beinvenenthrombose und Lungenembolie) darstellt. Auch die Alzheimer Erkrankung 7 wird mit einer Hyperhomocysteinämie in Verbindung gebracht. Nur sehr hohe Spiegel werden mit der seltenen autosomal rezessiven Homocysteinurie assoziiert, bei der ein Symptom eine verstärkte Frakturneigung durch Osteoporose darstellt 2.       
       
In zwei kürzlich veröffentlichten Arbeiten 4, 8 wurde nun untersucht, ob auch bei nur mäßig erhöhten Homocysteinspiegeln eine Neigung zu Osteoporose mit nachfolgenden Frakturen auftritt. Bei über 2400 Patienten aus Rotterdam im Alter von mehr als 55 Jahren wurde über einen Zeitraum von 3 bis 8 Jahren ein relatives Risiko von 1,4 errechnet. Männer und Frauen waren gleich häufig betroffen 4 . In der zweiten Studie wurden mehr als 2000 Männer und Frauen über durchschnittlich 12 bis 15 Jahre beobachtet. Das Risiko, eine Hüftfraktur zu erleiden, lag bei denjenigen mit den höheren Homocystein-Spiegeln zwischen 2 und 16fach höher als bei denen mit normalem Spiegel. Frauen waren hier vermehrt gefährdet 4 . Auffällig war, dass Frakturen unabhängig von der Knochendichte auftraten.       
       
Therapie: Ein erhöhter Homocystein-Spiegel gehört zu den wenigen Risikofaktoren, die sich gezielt relativ einfach durch die Einnahme von Vitaminen korrigieren lassen. Da es in Deutschland kein adäquat dosiertes Kombinationsmedikament gibt, werden folgende Präparate empfohlen:       
       
1-5 mg Folsäure (z. B. RubieFol oder Folcur, 5mg, teilbar, 100 Tbl. ¤ 14,99-15,38)       
       
10-100 mg Vitamin B6 (z. B. Vit B6-Hevert, 100 Tbl. ¤ 7,40)       
       
0,4-1 mg Cobalamin (z. B. Vit B12 Ankermann, 100 Tbl. ¤ 22,68),       
       
Jahreskosten für alle Präparate zusammen: ¤143,64.       
       
Alternatives Kombinationspräparat Medyn 3 x 1, 100 Tbl. ¤ 20,65, Jahreskosten ¤228,40.       
       
Die tatsächlich notwendige Dosis richtet sich dabei im Zweifel nach den vorhandenen Vitaminspiegeln.       
       
Patienten mit besonderem Risiko: hohes Alter, Hypothyreoidismus, Niereninsuffizienz, systemischer Lupus erythematodes und bestimmte Medikamente wie Nikotinsäure, Methotrexat und L-Dopa. Mehr Informa-tionen unter http://www.homocysteine.net       
Homocysteinbestimmung in EDTA-Blut oder Vollblut mit Transport auf Eis, Plasma oder Serum nach Zentrifugation bei Raumtemperatur, Blutentnahme nüchtern;       
       
Zusammenfassung: Eine Hyperhomocysteinämie stellt einen unabhängigen Risikofaktor für arterielle und venöse Thrombosen, neurologische Erkrankungen und Osteoporose mit erhöhter Frakturneigung dar.       
       
Literatur:       
1) M.den Heijer et al., N. Engl. J. Med. 334: 759 (1996).       
2) A.J.Grieco, Am. J. Med. Sci. 273: 120 (1977).       
3) S.C.Guba et al., Am. J. Clin. Pathol. 106: 709 (1996).       
4) R.R.McLean et al., N. Engl. J. Med. 350: 2042 (2004).       
5) O.Nygard et al., N. Engl. J. Med. 337: 230 (1997).       
6) G.Schnyder et al., Ann. Med. 35: 156 (2003).       
7) S.Seshadri et al., N. Engl. J. Med. 346: 476 (2002).       
8) J.B.van Meurs et al., N. Engl. J. Med. 350: 2033 (2004). homocystein.doc       
       

 

Dr. med. Franz Krupar | Adolf-Schmetzer-Str. 30 | 93055 Regensburg | Fon: 0941/793061 | Fax: 0941/794758 | mail
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